Ein Hammer ist nicht gleich Hammer. Gewicht, Kopfform, Stielmaterial und Schlagfläche entscheiden darüber, ob ein Schlag sauber ankommt oder das Werkstück beschädigt wird. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Hammerarten es gibt, worin sie sich unterscheiden und wofür Sie welchen Hammer brauchen.
Welcher Hammer für welche Arbeit? Die Entscheidungstabelle
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Arbeit |
Passende Hammerart |
Entscheidendes Merkmal |
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Metall bearbeiten, Nieten, Anreißen, Meisel- und Durchtreiberarbeiten |
Schlosserhammer |
Ballige Bahn auf der einen, Finne auf der anderen Seite |
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Schwere Schläge auf Meisel und Keile, Abbruch |
Fäustel |
Hohes Kopfgewicht, kurzer Stiel |
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Werkstücke ohne Spuren ausrichten und eintreiben |
Schonhammer |
Auswechselbare Weichbacken |
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Kraftvoller Schlag ohne Rückprall, auch auf empfindlichen Oberflächen |
Rückschlagfreier Hammer |
Hohlkopf mit Schrotfüllung |
Schlosserhammer: der Standard für die Metallbearbeitung
Der Schlosserhammer in deutscher Form ist der klassische Werkstatthammer. Seine Bahn ist leicht gewölbt, damit auch ein leicht schief gesetzter Schlag das Werkstück nicht einkerbt. Auf der Gegenseite sitzt die Finne, mit der Sie Metall strecken, Niete formen oder in engen Stellen arbeiten. Genormt ist die Form nach DIN 1041.
Bei der Wahl des Gewichts gilt: Leichte Köpfe bis etwa 300 g eignen sich für feine Arbeiten und Anreißen, mittlere Köpfe um 500 g für den alltäglichen Einsatz, schwerere Köpfe ab 800 g für kräftige Schläge auf Meisel und Durchtreiber. Der Schlosserhammer deutsche Form BETA 1370 800 liegt in dieser schwereren Klasse und ist für die regelmäßige Werkstattarbeit gedacht.
Fäustel: wenn es richtig Kraft braucht
Der Fäustel (DIN 6475) hat zwei gleichartige, ebene Schlagflächen und einen kurzen Stiel. Er wird mit einer Hand geführt und ist für schwere Schläge auf Meisel, Keile und Steinwerkzeuge gemacht. Der kurze Stiel gibt Kontrolle, das hohe Kopfgewicht liefert die Schlagenergie. Für den Vorschlaghammer mit langem Stiel ist der Fäustel keine Alternative, wohl aber das richtige Werkzeug, wenn Sie in engen Verhältnissen und dennoch mit Wucht arbeiten müssen.
Der Fäustel mit Stielschutzhülse BETA 1380S 1000 hat eine Stielschutzhülse, die den Stiel im Übergangsbereich vor Fehlschlägen schützt, und ein Kopfgewicht von 1000 g.
Schonhammer: Schlagen ohne Spuren
Der Schonhammer hat weiche Schlagflächen aus Kunststoff, Kupfer oder Gummi und arbeitet dort, wo Stahl auf Stahl das Werkstück beschädigen würde: beim Ausrichten von Blechen, beim Eintreiben von Passteilen oder beim Montieren von Lagern. Die Backen sind meist auswechselbar, damit Sie die Härte dem Material anpassen können. Weitere Einsatzfälle und der Vergleich mit Durchtreiber, Körner und Meisel stehen in unserem Beitrag zu Durchtreiber, Körner, Meisel und Schonhammer.
Rückschlagfreier Hammer: Schrotfüllung statt Prellen
Beim rückschlagfreien Hammer (englisch Dead-Blow-Hammer) ist der Kopf hohl und mit Schrot gefüllt. Beim Schlag verschiebt sich die Füllung nach vorn und überträgt die Energie ohne Federn zurück in die Hand. Der Hammer prallt nicht ab. Das schont Handgelenk und Werkstück und ist bei Arbeiten an Blechen, Karosserien oder beim Einschlagen sperriger Teile ein klarer Vorteil.
Stielmaterial: Holz, Glasfaser oder Stahl
- Holz: dämpft Vibrationen angenehm, lässt sich im Notfall ersetzen, ist aber empfindlicher gegen Feuchtigkeit und Fehlschläge.
- Glasfaser: robust, wetterbeständig und leicht, mit guter Schwingungsdämpfung.
- Stahlrohr: sehr stabil und bruchsicher, überträgt aber mehr Vibrationen, sofern kein Schutzmantel vorhanden ist.
Prüfen Sie vor jedem Einsatz, ob der Kopf fest auf dem Stiel sitzt. Ein lockerer Kopf ist ein Sicherheitsrisiko.
FAQ: Häufige Fragen zu Hammerarten
Welche Hammerarten gibt es? Zu den wichtigsten zählen Schlosserhammer, Fäustel, Schonhammer und der rückschlagfreie Hammer. Hinzu kommen Spezialformen für einzelne Gewerke.
Welches Gewicht brauche ich für einen Schlosserhammer? Für feine Arbeiten genügen leichte Köpfe, für den alltäglichen Einsatz mittlere. Schwere Schläge auf Meisel und Durchtreiber sind mit einem Kopfgewicht ab etwa 800 g besser aufgehoben.
Was ist der Unterschied zwischen Schlosserhammer und Fäustel? Der Schlosserhammer hat Bahn und Finne und eignet sich zum Bearbeiten von Metall. Der Fäustel hat zwei ebene Schlagflächen und ein höheres Kopfgewicht für kräftige Schläge auf Meisel und Keile.
Wann nehme ich einen Schonhammer? Immer dann, wenn das Werkstück keine Schlagspuren bekommen darf, etwa bei lackierten Teilen, Blechen und Passteilen.
Was bedeutet rückschlagfrei? Der Hammerkopf ist mit Schrot gefüllt, der die Energie beim Aufschlag aufnimmt. Dadurch prallt der Hammer nicht zurück, und der Schlag wirkt kontrolliert.

