Ein Drehmomentschlüssel ist nur dann sinnvoll, wenn der Nm-Bereich zur Schraube passt. Zu klein gewählt erreicht er das Anzugsmoment nicht, zu groß gewählt wird die Einstellung ungenau, denn Drehmomentwerkzeuge arbeiten am zuverlässigsten im mittleren Bereich ihrer Skala. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welcher Bereich zu welcher Schraube gehört, welcher Antrieb passt und wann sich ein Klick-Modell oder ein digitales Modell lohnt.
Welcher Nm-Bereich für welche Schraube? Die Entscheidungstabelle
|
Anwendung |
Typisches Anzugsmoment |
Sinnvoller Bereich |
Antrieb |
|---|---|---|---|
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Fahrrad (Vorbau, Sattelstütze, Pedale, Kurbel) |
etwa 2 bis 25 Nm |
Bereich bis ca. 25 Nm, z. B. 1–25 Nm oder 5–25 Nm |
1/4 Zoll |
|
Kleine Motor- und Anbauteile, Zündkerzen |
je nach Herstellerangabe |
Bereich bis ca. 60 Nm |
3/8 Zoll |
|
Radmuttern am Pkw |
etwa 90 bis 140 Nm |
Bereich, in dem der Sollwert in der Mitte liegt, z. B. 10–210 Nm oder 40–200 Nm |
1/2 Zoll |
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Zylinderkopf, Fahrwerk, Achsteile |
laut Herstellerangabe, oft mehrstufig |
Bereich je nach Sollwert |
1/2 Zoll |
|
Große Verschraubungen, Nutzfahrzeuge, Maschinenbau |
oberhalb von ca. 200 Nm |
z. B. 300 Nm oder 350 Nm |
3/4 Zoll |
Die Sollwerte für Zylinderkopf, Fahrwerk und weitere Bauteile entnehmen Sie immer der Herstellerangabe des Fahrzeugs oder des Bauteils. Eine allgemeingültige Zahl gibt es dort nicht.
So wählen Sie den Nm-Bereich
Der Sollwert Ihrer Schraube sollte in der Mitte des Einstellbereichs liegen, nicht ganz am unteren oder oberen Ende. Wer sowohl Fahrrad als auch Radmuttern anziehen will, braucht in der Regel zwei Werkzeuge. Ein einziger Schlüssel mit sehr großem Bereich deckt zwar rechnerisch beides ab, arbeitet aber im Randbereich ungenauer.
Für Drehmomentwerkzeuge gilt die Norm DIN EN ISO 6789, die Anforderungen und Prüfverfahren regelt. Achten Sie darauf, dass der Hersteller die Einhaltung der Norm angibt.
Bis 25 Nm: Fahrrad und Feinarbeiten
Am Fahrrad sind viele Verschraubungen mit geringen Drehmomenten angezogen, etwa Vorbau, Sattelstütze und Kurbel. Hier sind Bereiche wie 1–25 Nm oder 5–25 Nm passend. Besonders bei Carbonteilen ist ein Schlüssel mit Signalgebung sinnvoll, weil zu hohe Momente die Bauteile beschädigen.
Bis 60 Nm: kleine Motor- und Anbauteile
Für Zündkerzen, Ventilabdeckungen und ähnliche Verschraubungen reichen Bereiche bis etwa 60 Nm, etwa 5–60 Nm oder 10–60 Nm. Der 3/8-Zoll-Antrieb ist hier die gebräuchliche Größe.
40 bis 210 Nm: Räder und Fahrwerk
Radmuttern am Pkw liegen meist zwischen 90 und 140 Nm. Ein Schlüssel mit einem Bereich wie 10–210 Nm oder 40–200 Nm deckt das ab, wobei der Sollwert idealerweise im mittleren Bereich der Skala liegt. Hier ist 1/2 Zoll der übliche Antrieb.
Über 200 Nm: große Verschraubungen
Für Nutzfahrzeuge und schwere Maschinen gibt es Schlüssel mit Bereichen von 300 Nm und mehr, häufig mit 3/4-Zoll-Antrieb.
Antrieb: 1/4, 3/8, 1/2 oder 3/4 Zoll
Der Antrieb ist die Vierkantaufnahme, auf die Sie die Nuss stecken. Er richtet sich nach dem Drehmoment: Je größer der Antrieb, desto höhere Momente überträgt er sicher.
- 1/4 Zoll: kleine Momente, Fahrrad und Feinmechanik
- 3/8 Zoll: mittlerer Bereich, Motor- und Anbauteile
- 1/2 Zoll: der Standard für Radmuttern, Fahrwerk und Motor
- 3/4 Zoll: große Verschraubungen ab etwa 200 Nm
Klick oder digital: welche Anzeige passt?
Schlüssel mit Signalgebung (Klick): Beim Erreichen des eingestellten Moments löst ein Mechanismus aus, den Sie hören und spüren. Sie stellen den Wert an einer Skala ein. Diese Bauart ist robust, übersichtlich und für die meisten Aufgaben die erste Wahl.
Digitale Drehmomentschlüssel: Sie zeigen das Moment auf einem Display an, oft mit akustischem oder optischem Signal. Das lohnt sich, wenn Sie Werte dokumentieren müssen oder häufig zwischen vielen Sollwerten wechseln.
Passende Modelle
Die folgenden Modelle decken unterschiedliche Aufgaben ab. Bereich und Antrieb entnehmen Sie der jeweiligen Produktseite:
- Drehmomentschlüssel BETA 668N 30
- Drehmomentschlüssel mit Signalgebung BETA 605BC 15
- Drehmomentschlüssel mit Signalgebung BETA 606MQ 50
Wie Sie einen Drehmomentschlüssel richtig verwenden, lesen Sie in unserem Beitrag „Drehmomentschlüssel richtig verwenden“.
FAQ: Häufige Fragen zum Drehmomentschlüssel
Wie funktioniert ein Drehmomentschlüssel?
Ein Federmechanismus im Inneren wird auf das gewünschte Moment eingestellt. Wird dieser Wert erreicht, löst der Mechanismus aus und signalisiert den Moment des Erreichens. Das Anziehen über diesen Punkt hinaus ist nicht vorgesehen.
Welchen Nm-Bereich brauche ich für Radmuttern?
Radmuttern am Pkw liegen meist im Bereich von 90 bis 140 Nm. Wählen Sie einen Schlüssel, bei dem der Sollwert in der Mitte der Skala liegt, und prüfen Sie den exakten Wert in der Fahrzeugdokumentation.
Welchen Drehmomentschlüssel nehme ich für das Fahrrad?
Einen mit kleinem Bereich bis etwa 25 Nm, zum Beispiel 1–25 Nm oder 5–25 Nm, meist mit 1/4-Zoll-Antrieb.
Welcher Antrieb ist der richtige: 1/4, 3/8, 1/2 oder 3/4 Zoll? Der Antrieb richtet sich nach dem Drehmoment: 1/4 Zoll für kleine Momente, 3/8 Zoll für den mittleren Bereich, 1/2 Zoll für Räder und Fahrwerk, 3/4 Zoll für große Momente.
Was ist besser: Klick oder digital?
Für die meisten Aufgaben genügt ein Schlüssel mit Signalgebung. Ein digitales Modell lohnt sich, wenn Sie Werte ablesen, dokumentieren oder oft wechseln.
Wie stelle ich einen Drehmomentschlüssel richtig ein?
Stellen Sie den Sollwert an der Skala ein und sichern Sie ihn, sofern der Schlüssel eine Arretierung hat. Anschließend ziehen Sie gleichmäßig und ohne Ruck, bis das Signal ertont. Eine ausführliche Anleitung finden Sie in unserem Beitrag zur richtigen Verwendung.

